Qualifikation und kontinuierliche Weiterbildung Um diese anspruchsvolle Aufgabe verantwortungsvoll er- füllen zu können, absolvieren alle Mitglieder eine spezielle PSNV-Ausbildung beim DRK. Darüber hinaus legt die Fachgruppe großen Wert auf kontinuierliche Weiterbildung. Regelmäßig finden Fortbildungen und Teamabende statt, zu denen externe Referentinnen und Referenten eingela- den werden – etwa zu Themen wie Trauerarbeit, Umgang mit Suizidalität oder Einsatzkommunikation. Einige Formate gehen bewusst über klassische Schulun- gen hinaus: So erhielt die Gruppe Einblicke in die Arbeit einer Bestatterin oder besuchte im Sommer 2025 gemein- sam ein Krematorium, um Perspektiven auf Abschied, Tod und Rituale zu vertiefen. Ziel ist es, fachliche Sicherheit mit persönlicher Reflexion zu verbinden. Menschliche Nähe als Schlüssel Die Arbeit der Psychosozialen Notfallversorgung ist ehren- amtlich, vertraulich und freiwillig. Was die Mitglieder ver- bindet, ist eine gemeinsame Haltung: die Überzeugung, dass menschliche Nähe, Zeit und aufmerksames Zuhören in Krisensituationen entscheidend sind. Sie sind da, wenn andere gerade nicht weiterwissen. In einer Welt, die von Tempo und Unsicherheit geprägt ist, setzt die PSNV bewusst einen Kontrapunkt. Sie schafft Raum für Emotionen, Orientierung und erste Schritte zurück in den Alltag. Mit jedem Einsatz leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Prävention psychischer Folgestörun- gen – durch frühe Intervention, einfühlsame Begleitung und menschliche Präsenz genau dann, wenn sie am dringends- ten gebraucht wird. Einsatzorte und Aufgaben Die Einsätze der PSNV finden überall dort statt, wo Men- schen Unterstützung brauchen: an Unfallstellen, in priva- ten Wohnungen, in Krankenhäusern oder im öffentlichen Raum. Auch bei Großveranstaltungen – wie etwa der Fan- meile zur Fußball-Europameisterschaft 2024 – stehen die Teams für den Fall, dass unvorhergesehene Krisen (etwa Panikreaktionen oder Übergriffe) eintreten, bereit. Darüber hinaus begleiten PSNV-Teams Angehörige, deren Familienmitglieder medizinisch versorgt werden müssen, und unterstützen Einsatzkräfte im Rahmen der Einsatz- nachsorge. Insbesondere nach stark belastenden Situatio- nen wie einer erfolglosen Reanimation bietet diese Form der Unterstützung wertvollen Raum für Gespräche und Verarbeitung. Während des großen Stromausfalls im Januar 2026 standen Kräfte der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) Betroffenen unterstützend zur Seite. 13